Der "Runde Tisch Schule"

Der "Runde Tisch Schule" im Stadtbezirk Mülheim

Historie

Das Frühjahr und der Sommer 1999 waren in Köln geprägt durch vielfältige Aktionen von Eltern sowie Schülerinnen und Schülern, bei denen das zentrale Thema die Verbesserung der Unterrichtsversorgung war. Auch in Mülheim engagierten sich Eltern und Schülerinnen und Schüler. Das war für mich der konkrete Anlass zu überlegen: Wie kann man frühzeitiger auf Probleme reagieren bzw. welche Möglichkeiten gibt es zu agieren, bevor diese überhaupt entstehen? Wie kann es gelingen, die unterschiedlichen Akteure in der Schulpolitik - Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Verantwortliche in Stadt und Land wieder an einen Tisch zu bekommen? Was kann gemeinsam getan werden, um die Situation, auch an den Mülheimer Schulen, zu verbessern?

Die Lösung lag auf der Hand: Es musste ein Forum her, in dem die beteiligten Personen eine Möglichkeit zum Austausch finden konnten, ohne parteipolitisch geprägte Auseinandersetzungen zwischen den Akteuren. Die Idee des "Runden Tisches Schule in Mülheim" war geboren. Im Juni 1999 wurden die Elternvertreter und Schulleitungen der Schulen im Stadtbezirk Mülheim von mir zu einem ersten Gespräch über aktuelle schulpolitische Initiativen eingeladen. Vorgestellt wurde auch die Idee des Runden Tischs Schule: Künftig sollten regelmäßige Treffen der Elternvertreter und Schulleitungen stattfinden. Die thematische Ausrichtung orientiert sich an den Wünschen der Eltern, zu den jeweiligen Themen sollen Fachleute aus der Verwaltung und Politik eingeladen werden. Dieser Vorschlag stieß auf positive Resonanz und so gelang es, in den folgenden Jahren, den Runden Tisch Schule im Stadtbezirk Mülheim zu etablieren.

Seitdem hat sich der Runde Tisch rund 25 Mal zusammen gefunden. Die Bandbreite der Themen reicht dabei von "Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanagement der Stadt Köln", "Gewaltprävention an Schulen" bis hin zur "Selbständigen Schule". Gäste waren unter anderem Regierungspräsident Hans-Peter Lindlar, sein Vorgänger Jürgen Roters, Schulministerin Barbara Sommer, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Ute Schäfer und die Schuldezernentin der Stadt Köln, Dr. Agnes Klein.

Ein wichtiges Ergebnis des Runden Tisches war die Gründung des Vereins "Mülheim Online" (Mülheim Online e.V.). Die Entstehungsgeschichte des Vereins hat gezeigt, wie wichtig die Vernetzung der Schulen, insbesondere der unterschiedlichen Schulformen ist, und wie es gelingen kann, für die Schulen in Mülheim vieles zu erreichen, wenn man Menschen zusammen bringt, die bereit sind, sich mit Engagement und unkonventionellen Ideen einzusetzen.

Neue Ansätze in der Schulpolitik: Die Bildungsregion Mülheim und das Kompetenzzentrum Mülheim Ost

Die Bildungsregion Mülheim

Ausgangspunkt war der Beschluss des Stadtrats, dass alle Jugendlichen entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten die für sie bestmögliche Förderung und Unterstützung erfahren sollen, um eine Bildungsbiographie ohne Brüche zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden neue Formen der Kooperation und Koordination zwischen den Grund- und den weiterführenden Schulen initiiert. Im März 2007 fand die erste Open-Space Veranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer der beteiligten Selbständigen Schulen und Korrespondenzschulen in Mülheim statt. Gemeinsam wurden die Förderkonzepte erarbeitet, die in schulformübergreifende Arbeitsgruppen in den kommenden Schuljahren nach und nach umgesetzt werden.

Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung Mülheim Ost

Auch die sonderpädagogische Förderung der Kinder soll neu organisiert und verbessert werden. Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen hatte am 19. Mai 2008 "grünes Licht" für zwei Kölner Förderschulen gegeben, die sich in der Pilotphase des Projekts beworben hatten. Diese Förderschulen werden als "Kompetenzzentren" Konzepte und Maßnahmen zur rechtzeitigen, vorbeugenden und wohnortnahen sonderpädagogischen Förderung entwickeln und koordinieren.

In Köln entstehen zwei Kompetenzregionen: In Köln-Mülheim Ost mit der Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung Berliner Straße und in Köln-Porz mit der Finkenberg-Schule. Diese Förderschulen übernehmen die Aufgabe, die Entwicklung von Konzepten und Maßnahmen zu koordinieren und voranzutreiben.

Weitere Informationen zum Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung Mülheim Ost finden Sie unter:
www.stadt-koeln.de/schule_ausbildung/projekte/12309/index.html

Die "Bildungsregion Mülheim" und das Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung Mülheim Ost verstehen sich als Netzwerk. Der Austausch ist durch die beteiligten Schulen gegeben. Die bisherige neue Form der Zusammenarbeit in den Steuergruppen zwischen den unterschiedlichen Schulformen wird positiv bewertet. Auch wenn die Förderkonzepte und Bedingungen insbesondere von Grundschulen, Förderschulen und weiterführenden Schulen unterschiedlich sind, wird der gegenseitige Austausch und das "Voneinander-Lernen" von allen Beteiligten geschätzt. Diese Projekte auch in kommenden Jahren positiv zu begleiten und zu befördern, ist mir ein wichtiges Anliegen.

Auf Wunsch der Teilnehmer und Teilnehmerinnen wird der Runde Tisch 2009/2010 folgende Themen aufgreifen:

- Förderung der Modellprojekte Bildungsregion und des Kompetenzzentrums
- Vermittlung fächerübergreifender Sprachkompetenz, neue Ergebnisse der Sprachforschung (ggf. in
  Zusammenarbeit mit der Uni Köln)
- Tagesveranstaltung zu den Themen: Kopfnoten, Schulgrenzbezirke, Zukunft der Gesamtschulen
- Reform der Schulstruktur
- Abitur nach zwölf Jahren (G8)
- 10 Jahre Runder Tisch Schule

Über den jeweiligen Termin werde ich Sie zeitnah informieren.

Veranstaltungsübersicht "Der Runde Tisch Schule"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

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