Innovation und Solidarität – Schlussfolgerungen der Landesregierung aus den Empfehlungen der Zukunftskommission Nordrhein-Westfalen

Plenum 21. Januar 2010 Innovation und Solidarität – Schlussfolgerungen der Landesregierung aus den Empfehlungen der Zukunftskommission Nordrhein-Westfalen

Regierungserklärung

Entschließungsantragder Fraktion der CDU und der Fraktion der FDP
Drucksache 14/10569

Entschließungsantrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache 14/10570

Der Ministerpräsident hat mir mit Schreiben vom 8. Januar 2010 mitgeteilt, dass er beabsichtigt, heute eine Regierungserklärung zu dem oben genannten Thema abzugeben.

Ich eröffne die Debatte und erteile Herrn Ministerpräsidenten Dr. Rüttgers das Wort.

Dr. Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident: Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen, guten Morgen! Im Mai 2008 habe ich die Zukunftskommission Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Unter dem Vorsitz von Lord Dahrendorf haben 22 hochrangige Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ein Jahr lang über die Zukunft Nordrhein-Westfalens nachgedacht. Man hat darüber nachgedacht, wie wir leben werden, vor allem aber darüber, wie wir leben wollen – nicht in einer fernen Zukunft, sondern in zehn, 20 Jahren.

Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025 – das war der Horizont dieser Zukunftskommission. Und Nordrhein-Westfalen 2025 ist unser Konzept. Ich sage bewusst unser Konzept, meine Damen und Herren; denn es geht um alle Menschen in diesem Land.

Ich will eine breite öffentliche Debatte um unsere Zukunft in Nordrhein-Westfalen, eine Debatte, an der sich alle beteiligen können und sollen, weil es alle angeht.

Diese Debatte mit den Berichten der Zukunftskommission anzustoßen, ist – das darf man, glaube ich, so feststellen – gelungen. Wir haben die Abschlussberichte im April 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt. In fünf großen Foren zu den Themen Innovation, Integration, Energie, Kultur und Weiterbildung sowie zum Abschlussbericht haben die zuständigen Kabinettsmitglieder öffentlich mit Experten diskutiert.

Mit zwei Wettbewerben haben wir eine breite Öffentlichkeit vor allem junger Menschen in die Debatte einbezogen, nämlich mit dem Wettbewerb für Studierende „Vision 2025“ unter der Leitfrage „Wie gewinnen wir kreative Köpfe für das Land?“ und dem Jugendwettbewerb „Vision 2025 – wie sieht Deine Zukunft aus?“. Denn wir wollen vor allem von den jungen Menschen wissen, was ihnen am Herzen liegt,

(Sylvia Löhrmann [GRÜNE]: Keine Studiengebühren! Kein Turbo-Abitur!)

wie sie ihre Zukunft gestalten wollen. Aus diesem Grund gab es auch ein breites Diskussionsangebot im Internet. Deshalb haben wir auch im März 2009 einen großen, international besetzten Kongress auf dem Petersberg und ein besonderes Forum für junge Menschen aus allen Teilen Nordrhein-Westfalens veranstaltet. Wir wollen dies in diesem Jahr mit der Petersberger Convention unter dem Titel „Zukunft 2.0 – Jenseits der Krise“ und einer weiteren Campusveranstaltung für junge Menschen fortsetzen; denn es ist wichtig, diese Diskussion immer wieder neu und engagiert zu führen. Nur dann kann Politik langfristig orientiert und nachhaltig sein.

(Beifall von CDU und FDP)

Und nur dann kann sie eine erfolgreiche Politik für die Menschen in unserem Land sein.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, werte Kolleginnen und Kollegen, heute will ich Ihnen berichten, welche Schlussfolgerungen die Landesregierung aus den Empfehlungen der Zukunftskommission zieht. Ich verbinde das mit einem herzlichen Dank für die großartige Arbeit, die die Kommissionsmitglieder ein Jahr lang für uns in Nordrhein-Westfalen geleistet haben.

(Beifall von CDU und FDP)

Als wir den Abschlussbericht der Zukunftskommission im April 2009 vorgestellt haben, lebte Lord Ralf Dahrendorf noch. Am 17. Juni ist er gestorben. Als ich das erfahren habe, war ich erschüttert; denn mit ihm haben wir einen der wichtigen politischen Denker verloren. Es war ein Geschenk, ihn erleben zu dürfen.

Wir haben einen einzigartigen Menschen verloren, einen Menschen, der wie wenige andere die Freiheit des Geistes verkörpert hat, einen großen Europäer und Vermittler zwischen den Kulturen. Er war ein Mensch voller Weisheit, Menschlichkeit und Humor. Ich war beeindruckt davon, wie sehr er in seinem Denken und Handeln stets Freiheit mit Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Solidarität verbunden hat. Innovation und Solidarität gehören zusammen – das war die Kernbotschaft Lord Dahrendorfs in seinem Abschlussbericht.

(Beifall von Sylvia Löhrmann [GRÜNE])

Eine Gesellschaft, die nur auf wissenschaftliche und wirtschaftliche Innovation setzt, droht auseinanderzufallen. Eine Gesellschaft, die sich mit der Erhaltung des Status quo begnügt und allenfalls Fragen der Verteilung stellt, droht zu erstarren.

(Beifall von CDU und FDP)

Nur wenn Innovation und Solidarität zusammenkommen, hat eine Gesellschaft freier Bürger Zukunft. Beides zu verbinden war immer das Markenzeichen von Nordrhein-Westfalen, von Karl Arnold über Johannes Rau bis heute. Ich will, dass das auch in Zukunft so bleibt.

(Beifall von CDU und FDP)

Als die Kommission vor gut eineinhalb Jahren mit der Arbeit begann, hat noch kaum jemand die globale Wirtschafts- und Finanzkrise vorhergesehen, die ein halbes Jahr später ausbrechen sollte. Seitdem erleben wir eine Wirtschaftskrise, die das Vertrauen in die Marktwirtschaft zu zerstören droht. Der Kerngedanke der Zukunftskommission, Innovation mit Solidarität zu verbinden, hat, so meine ich, durch die Krise noch einmal an politischer Bedeutung gewonnen.

Meine Damen und Herren, die Berichte der Zukunftskommission liefern eine exzellente Bestandsaufnahme der Lage unseres Landes. Wer wissen will, wie es um unser Land heute steht, muss diese Berichte lesen. Sie zeigen die Stärken unseres Landes und seine großartigen Entwicklungschancen, aber auch die Schwächen, an denen wir arbeiten müssen.

Politik beginnt mit der Wahrnehmung von Wirklichkeit. Die Zukunftskommission hat uns eine Agenda für dieses Land mit vier großen Schwerpunkten gegeben: Bildung, Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft.

Niemanden zurückzulassen, gerade die nicht, die keinen Erfolg auf dem normalen Bildungsweg haben, das ist die Kernaufgabe der Bildungspolitik.

Die notwendige Flexibilität mit Sicherheit zu verbinden, ist die Aufgabe für den Schwerpunkt Arbeit.

Wie Innovationen vorangebracht werden können, steht im Mittelpunkt des Konzepts für die Wirtschaft.

Die Einheit der Gesellschaft zu bewahren und da­bei vor allem die Integration der Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte voranzutreiben, muss Schwerpunkt der Gesellschaftspolitik sein.

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Gesetz zur Schaffung von mehr Transparenz in öffentlichen Unternehmen im Lande Nordrhein-Westfalen (Transparenzgesetz)

Plenum 16. Dezember 2009 Gesetz zur Schaffung von mehr Transparenz in öffentlichen Unternehmen im Lande Nordrhein-Westfalen (Transparenzgesetz)

Gesetzentwurf der Landesregierung Drucksache 14/10027

Änderungsantrag  der Fraktion der SPD  Drucksache 14/10428

Änderungsantrag  der Fraktion der CDU,  der Fraktion der SPD und der Fraktion der FDP Drucksache 14/10430

Beschlussempfehlung und Bericht des Haushalts- und Finanzausschusses Drucksache 14/10389

Entschließungsantrag der Fraktion der SPD und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Drucksache 14/10431

zweite Lesung

Ich eröffne die Beratung und gebe Herrn Weisbrich von der CDU-Fraktion das Wort.

Christian Weisbrich (CDU): Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In aller Kürze zu dieser späten Stunde. Worum geht es bei dem Gesetzentwurf? Es geht darum, dass unserer Meinung nach die Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch darauf haben zu erfahren, welche Vergütungen Vorstände und Geschäftsführer sowie die Mitglieder von Aufsichtsgremien in öffentlichen Unternehmen für ihre Tätigkeit erhalten. Eine bloße Selbstverpflichtung reicht nicht aus, um diesem Anliegen in angemessener Weise Rechnung zu tragen. Dazu bedarf es einer gesetzlichen Regelung. Denn je nach Fragestellung – nach dem Motto: darf ich beim Beten rauchen oder darf ich beim Rauchen beten? – stehen dem Bürgeranspruch nämlich bundesrechtliche Vorschriften entgegen.

Heute liegt uns ein Gesetzentwurf vor, der dieser Sachlage in vollem Umfang Rechnung trägt. Zur politischen Konsensbildung hat es auf Einladung von Frau Kollegin Brunn, der Vorsitzenden des Haushalts- und Finanzausschusses, ein Erörterungsgespräch gegeben, um die eingegangenen Stellungnahmen der Verbände auf Grundlage der Bewertung durch das Finanzministerium auszuwerten. Erwartungsgemäß haben die Verbände der Hauptbetroffenen, so der VKU, der Verband Kommunaler Unternehmen, eine volle Breitseite gegen den Gesetzentwurf abgefeuert. Für meine Begriffe fällt das unter die Rubrik: Wenn man den Sumpf trockenlegen will, dann darf man die Frösche nicht fragen.

(Beifall von der FDP)

Politisch gab es in der Erörterungsrunde zum Gesetzentwurf vier offene Punkte:

erstens, den Stichtag für Transparenzregelung für Sparkassen,

zweitens, die Anzeigepflicht bei Vertragsanbahnungen,

drittens, die Anzeigepflicht gegenüber der Aufsicht bei Beraterverträgen im Konzern, und,

viertens, die Vorschrift zur Transparenzregelung bei der Beteiligung an bestehenden oder zu gründenden Unternehmen.

Die ersten beiden Punkte sind Gegenstand eines gemeinsamen Änderungsantrages der Fraktionen von CDU, FDP und SPD. Zu den anderen beiden Punkten hat der Finanzminister bereits klar Stellung genommen und wird das in seiner Stellungnahme heute sicherlich noch einmal unterstreichen. Deshalb gehe ich davon aus, dass wir den Gesetzentwurf in breitem Konsens verabschieden werden.

(Vorsitz: Vizepräsident Edgar Moron)

Unabhängig von diesem Gesetzentwurf liegen ein Entschließungsantrag der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, der Bundesrecht betrifft, sowie ein Antrag der SPD-Fraktion zur Änderung der Gemeindeordnung vor.

Eine Änderung der GO werden wir in dieser Wahlperiode bestimmt nicht mehr anpacken; das wird sie ungeheuer überraschen.

Die wesentlichen Inhalte des Entschließungsantrages waren bereits Gegenstand einer Initiative der Landesregierung im Juni in Berlin. Diese Initiative wurde von der schwarz-roten Koalition abgelehnt. Wir halten es deshalb für wenig zielführend, wenn wir nunmehr einer schwarz-gelben Koalition einen solchen Gemeinschaftsantrag vorlegen. Ich bin sicher, wir werden das angestrebte Ziel auf anderen Wegen besser erreichen.

Meine Damen und Herren, das im Hinblick auf die fortgeschrittene Zeit. Ich bitte um Ihr Verständnis, wenn wir weder dem Änderungsantrag zur GO noch dem Entschließungsantrag zustimmen, aber den Gesetzentwurf und den gemeinsam mit der SPD-Fraktion eingebrachten Änderungsantrag unterstützen werden. – Schönen Dank.

(Beifall von FDP und CDU)

Vizepräsident Edgar Moron: Vielen Dank, Herr Kollege Weisbrich, für Ihren kurzen Beitrag. – Jetzt hat die SPD-Fraktion das Wort, und zwar Herr Eumann. Darf auch kurz sein.

Marc Jan Eumann (SPD): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eines habe ich gelernt: Man darf seinen Präsidenten nicht enttäuschen.

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Dreizehntes Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den „Westdeutschen Rundfunk Köln“ und des Landesmediengesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen (LMG NRW) – 13. Rundfunkänderungsgesetz

Plenum 2. Dezember 2009 Dreizehntes Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den „Westdeutschen Rundfunk Köln“ und des Landesmediengesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen (LMG NRW) – 13. Rundfunkänderungsgesetz

Gesetzentwurfder Landesregierung Drucksache 14/9393

Änderungsantrag der Fraktion der SPD und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Drucksache 14/10155

Änderungsantrag der Fraktion der SPD und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Drucksache 14/10156

Änderungsantrag der Fraktion der CDU und der Fraktion der FDP Drucksache 14/10193

Beschlussempfehlung und Bericht des Hauptausschusses Drucksache 14/10126

Entschließungsantrag  der Fraktion der SPD Drucksache 14/10194 – Neudruck

zweite Lesung

Das ist der letzte Tagesordnungspunkt, bei dem eine Debatte vorgesehen ist. Herr Schick hat das Wort. Bitte schön.

Thorsten Schick (CDU): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Liebe Rundfunkratsmitglieder, ich möchte ein Kompliment an Sie richten. Sie haben heute bei der Entscheidung zur Wahl der neuen Rundfunkratsvorsitzenden eine weise Entscheidung getroffen.

Ich bin aber nicht nur deswegen glücklich, sondern ich bin auch glücklich, weil wir heute den Gesetzentwurf zur Änderung des WDR- und des Landesmediengesetzes auf den Weg bringen können. Mit den vorliegenden redaktionellen Klarstellungen der Koalitionsfraktionen werden wir ein Gesetz verabschieden, das vor allem Investitionen ins lokale Fernsehen für Verlage attraktiver macht. Damit helfen wir den Verlagen in Nordrhein-Westfalen, sich zu Medienhäusern mit vielfältigen Angeboten zu entwickeln.

Wenn man den vorliegenden Änderungsantrag zu § 33 Landesmediengesetz von SPD und Bündnis 90/Die Grünen liest, dann kann man sich nur die Augen reiben – nicht vor Müdigkeit, sondern aufgrund des Inhalts des Papiers. Denn dem, was dort geschrieben steht, dürfte zumindest Herr Eumann nicht zustimmen.

Zum besseren Verständnis darf ich aus seiner Pressemitteilung zum vorliegenden Gesetzentwurf vom 9. Juni dieses Jahres ein Zitat einfügen. Es heißt wörtlich:

Die CDU/FDP-Koalition verpasst aber die Chance, durch neue Akzente Vorbild für staatsvertragliche Regelungen im Rundfunk zu werden. Stattdessen holt sie zur Gewährleistung eines vielfältigen lokalen Informationsangebotes die altbekannten Instrumente der „Sendezeit für unabhängige Dritte“ oder „die Einrichtung eines Programmbeirats“ hervor. Das sind nicht die richtigen Antworten in crossmedialen Zeiten.

(Beifall von CDU und FDP – Marc Jan Eumann [SPD]: Recht hat er, der Mann!)

Nach der Ankündigung im Hauptausschuss, dass Sie noch etwas auf den Tisch legen, war ich wirklich gespannt, was da kommt. Ich hatte ehrlich gesagt mit vielem gerechnet, aber nicht mit diesem Änderungsantrag. Denn was lese ich dort? „Sendezeit für unabhängige Dritte“ und die „Einrichtung eines Programmbeirats“ wird dort vorgeschlagen.

Ich darf noch einmal eine Passage des Zitats aus Ihrer Erklärung wiederholen: „Das sind nicht die richtigen Antworten in crossmedialen Zeiten.“

Herr Eumann, von anderen Stabhochsprung verlangen und selbst auf der Matte liegen bleiben, ist das der Anspruch, den Sie an sich selbst richten?

(Beifall von CDU und FDP)

Aber erfreulich ist immerhin, dass Sie den vielfaltssichernden Maßnahmen nun doch die notwendige Fähigkeit zusprechen, für Meinungsvielfalt zu sorgen.

Eine andere Kritik, die Sie geäußert haben, dass es sich bei § 33 um ein bürokratisches Monster handelt, geht völlig am Kern vorbei. Die Bestimmungen lassen sich kurz und knapp darstellen: Bis zu 25 % können sich Verlage ohne Beschränkungen an lokalen Fernsehsendern beteiligen.

Möchten sie über diese Grenze hinausgehen, haben sie drei Möglichkeiten: a) die Bildung eines Programmbeirates, b) die Gewährung von Drittsendezeiten oder c) die Zusage sonstiger wirksamer Mittel unter Einbeziehung der LfM. Diese Bestimmungen kann man jederzeit auf einem Bierdeckel zusammenfassen. Ich glaube, das ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass etwas nicht bürokratisch ist.

Damit sind auch die in der Anhörung geäußerten Bedenken aufgenommen worden, und es ist durch den vorliegenden Gesetzentwurf und die vorliegenden Änderungsanträge für Meinungsvielfalt gesorgt. Da das Gesetz noch wichtige Bestimmungen zum Thema Digitalisierung und Förderung der Medienkompetenz enthält, ist es wichtig, dass dieses Gesetz heute verabschiedet wird.

Dem Minister und der Staatskanzlei danke ich ausdrücklich für die gute Arbeit. Den Kolleginnen und Kollegen darf ich, wenn wir etwas schneller durch sind, noch einen schönen Restabend wünschen. – Danke schön.

(Beifall von CDU und FDP)

Vizepräsident Edgar Moron: Vielen Dank, Herr Kollege Schick. – Dann geht es flott weiter. Herr Eumann, Sie sind der nächste Redner. Bitte schön.

Marc Jan Eumann (SPD): Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zunächst muss ich mich entschuldigen.

(Ralf Witzel [FDP]: Das fängt gut an! – Lothar Hegemann [CDU]: Angenommen!)

Ich habe heute im Anschluss an die Debatte zum Haushalt behauptet, dass ich um 23.45 Uhr reden würde, und es ist nun doch erst 22.33 Uhr. Das ist schade, weil ich gerne um 23.45 Uhr in Ihre Gesichter geblickt hätte; lieber Herr Witzel, auch in Ihres.

(Zurufe)

– Alles in Ordnung.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, dieses Gesetz, das Sie heute hier vorlegen, entspricht nicht dem, was zeitgemäß ist. Ich will ausdrücklich sagen, Herr Schick: Wenn Sie schon aus meiner Pressemitteilung und aus den Änderungsanträgen zitieren, dann sollten Sie doch eine gewisse Sorgfaltspflicht wahrnehmen. Wir haben nie gesagt, dass das keine vielfaltssichernden Maßnahmen sind, sondern wir haben nur gesagt: In der Kombination, so, wie Sie es wollen, bis zu 100 % Beteiligung, sind das keine geeigneten Mittel.

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Gesetz über die Feststellung des Haushaltsplans des Landes Nordrhein-Westfalen für das Haushaltsjahr 2010 (Haushaltsgesetz 2010)

Plenum 2. Dezember 2009 Gesetz über die Feststellung des Haushaltsplans des Landes Nordrhein-Westfalen für das Haushaltsjahr 2010 (Haushaltsgesetz 2010)

Gesetzentwurf der Landesregierung Drucksache 14/9700
Ergänzung  der Landesregierung  Drucksache 14/10090

Beschlussempfehlungen und Berichte des Haushalts- und Finanzausschusses
Drucksachen 14/10200 bis 14/10206, 14/10208, 14/10210 bis 14/10215 und 14/10220

In Verbindung mit: Finanzplanung 2009 bis 2013 mit Finanzbericht 2010 des Landes Nordrhein-Westfalen
Einzelplan 02
Ministerpräsident

Dieser Einzelplan umfasst die Teilbereiche „Staatskanzlei und Europa-Angelegenheiten“, „Kultur“ und „Medien“.

Ich weise darauf hin, dass es hierzu die Beschlussempfehlung und den Bericht des Hauptausschusses Drucksache 14/10202 gibt. Außerdem liegen Änderungsanträge der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vor. Diese Änderungsanträge tragen die laufenden Nummern 50 bis 66.

Die Fraktionen haben sich darauf verständigt, die Reihenfolge der Teilbereiche zu ändern und zuerst den Bereich Medien, danach den Bereich Kultur und erst dann den Bereich Staatskanzlei und Europa-Angelegenheiten zu beraten. Widerspricht dem jemand? – Das ist nicht der Fall.

Dann rufe ich jetzt auf:

Teilbereich Medien

Ich erteile für die SPD-Fraktion dem Abgeordneten Eumann das Wort. Bitte schön, Herr Kollege.

Marc Jan Eumann (SPD): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Zuschauertribüne! Manche werden sich noch erinnern: Nordrhein-Westfalen war einmal das Medienland in der Republik. Nordrhein-Westfalen war das Land, in dem gute Ideen geboren wurden, die dann von anderen Ländern kopiert worden sind. Viele Länder sind zu uns gekommen und haben gefragt: Wie macht ihr das in Nordrhein-Westfalen denn? – Es bleibt dabei: Zu einem der erfolgreichsten Kapitel im Strukturwandel zählte die Entwicklung zum Medienland.

Leider, leider ist das nicht mehr der Fall. Der Haushalt des kommenden Jahres, den die Landesregierung mit Unterstützung der Koalitionsfraktionen durch die Beratungen gebracht hat, dokumentiert dies. Es ist wieder ein Haushalt, der keine schlüssige Antwort auf die Frage gibt, wie sich das Medienland Nordrhein-Westfalen aufstellt, um auf der einen Seite die Rahmenbedingungen für die Medien- und Telekommunikationsbranche zur Teilhabe an der gesamten Wertschöpfungskette zu sichern und auf der anderen Seite den schärfer werdenden Wettbewerb mit anderen Regionen nicht nur in Deutschland, aber auch in Deutschland zu bestehen.

Herr Minister, das Thema Mediencluster ist in diesem Zusammenhang ein schönes Beispiel. Es ist immer gut, wenn die Landesregierung nach Köln fährt, um zu lernen; denn dort sieht sie, wie gut die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger war, bei der Kommunalwahl einen sozialdemokratischen Oberbürgermeister an die Spitze der Stadt zu wählen.

(Beifall von Hans-Theodor Peschkes [SPD])

Sie haben in Köln jetzt das Büro der Mediencluster NRW GmbH eröffnet. Sie haben einen extrem bürokratischen, extrem aufwendigen Wettbewerb geschaffen.

(Zuruf von Minister Andreas Krautscheid)

– Gelegentlich sollten Sie mit denjenigen reden, die sich mit Ihren Anträgen beschäftigen.

(Minister Andreas Krautscheid: Täglich!)

– Täglich ist schon hilfreich. Offensichtlich muss es aber noch mehr sein, Herr Minister. – Die Verfahren sind zu bürokratisch, und es kommt zu wenig dabei herum.

Jetzt statten Sie das zwar aus, nachdem Sie, mit Verlaub, in den letzten zwei Jahren an dieser Stelle relativ wenig Geld ausgegeben hatten, weil Sie offensichtlich nicht kreativ genug gewesen sind. Der eigentliche Vorwurf ist aber, dass Sie – obgleich es auch entsprechende Hinweise gegeben hat – die Marke, die wir haben und wegen der viele nach Nordrhein-Westfalen gekommen sind, nämlich die Filmstiftung NRW, nicht zu einem modernen, schlagkräftigen, integrierten Förderinstrument aufbauen. Was machen Sie? Sie schaffen ein Leuchtturm-Cluster hier und ein Leuchtturm-Cluster dort, anstatt tatsächlich das zu tun, worüber Sie gelegentlich reden, das Sie aber eben nicht praktizieren, nämlich die Stärken zu stärken.

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Gesetz zur Schaffung von mehr Transparenz in öffentlichen Unternehmen im Lande Nordrhein-Westfalen

Plenum 5. November 2009

3   Gesetz zur Schaffung von mehr Transparenz in öffentlichen Unternehmen im Lande Nordrhein-Westfalen

Gesetzentwurf der Landesregierung Drucksache 14/10027
erste Lesung

Zur Einbringung des Gesetzentwurfs erteile ich für die Landesregierung Herrn Minister Dr. Linssen das Wort.

Dr. Helmut Linssen, Finanzminister: Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Heute berät der Landtag den Gesetzentwurf der Landesregierung zum Transparenzgesetz. Dieser Entwurf basiert auf einem breiten politischen Konsens; daran darf ich ausdrücklich erinnern.

Worum geht es? – Öffentliche Unternehmen wie Stadtwerke, Universitätskliniken oder auch Sparkassen und Landesbanken stehen besonders im Blickpunkt der Bürger, weil sie sich entweder aus Steuergeldern finanzieren oder die Bürger letztlich das unternehmerische Risiko tragen. Ist aber die unternehmerische Betätigung mit dem finanziellen Engagement bzw. Risiko einer staatlichen Ebene verflochten, ist es nur recht und billig, für Transparenz bei der Verwendung öffentlicher Gelder zu sorgen.

(Beifall von Marc Jan Eumann [SPD] und Ewald Groth [GRÜNE])

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